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First Light

First Light

Das Wetter ist gut und so kann es losgehen. Es ist nur irre kalt. In den Morgenstunden könnten es zweistellige Minusgrade werden. Aber das ist wohl im Februar immer mal möglich. Das soll nicht abhalten. Das ist auch eine Gelegenheit endlich mal warme Kleidung zu testen.

Der Ort

Ich wurde nicht enttäuscht. Es ist richtig dunkel. Eine kleine Nebenstraße führt durch Felder. Immer wieder gibt es Wege für Traktoren, auf denen man gut halten kann und auf denen genügend Platz für die Ausrüstung ist. Der Horizont ist zwar etwas durch Wald verdeckt und in Richtung NW stehen ein paar Bäume, das ist aber nicht so schlimm. In Richtung W sieht man etwas Aufhellung am Horizont, aber auch das stört nicht. Hier werde ich auf jeden Fall wieder hinfahren. Ein wenig bin ich überrascht, dass so schnell ein guter Ort gefunden werden konnte. Eine Schätzung der Grenzgröße habe ich nicht gemacht, aber das Band der Milchstraße konnte erahnt werden. Ich denke, viel besser kann man es in erreichbarer Entfernung kaum treffen.

Die fest montierte Kamera

Auf einem Stativ hatte ich die 50D mit einem lichtstarken 30mm Objektiv aufgestellt. Mit MagicLantern habe ich der Kamera gesagt, einfach eine Aufnahme nach der anderen zu machen. Als Belichtungszeit hatte ich ein wenig herumexperimentiert und dann 8sec eingestellt. Das ist zwar etwas langsamer als die "500 Regel" vorgibt, das wären 10sec, aber die Größenordnung stimmt und lieber so als Strichspuren.
Ziel war es, einfach Sternbilder aufzunehmen. Mit den Fotos wollte ich im Anschluss das Überlagern der Bilder ausprobieren. (Und außerdem: Warum sollte die Kamera ungenutzt zu Hause liegen? Den Versuch ist es doch wert.)
Bleibt die Frage: Wer erkennt die Sternbilder, die ich fotografiert habe?

Sternbild 1 (Belichtungszeit etwa 15 Minuten):
Sternbild 1
Sternbild 2 (Belichtungszeit etwa 8 Minuten):
Sternbild 2
Sternbild 3 (Belichtungszeit etwa 13 Minuten):
Sternbild 3
Und hier die Auflösung. Sternbild 1 ist Kassiopeia (Cas), Sternbild 2 ist der große Bär (UMa) und Sternbild 3 der Krebs (Cnc).
So für die ersten Versuche bin ich mit den Bildern ganz zufrieden. Und erst hinterher habe ich bemerkt, dass auch (1)Ceres mit auf dem Bild vom Krebs zu sehen ist. Mein generell erstes Foto von einem Asteroiden.

Die Kamera am Teleskop

Für den Anfang einfache Objekte. Und was liegt da näher als der Orionnebel M42? Der Nebel ist so hell, dass er auch ohne Hilfsmittel zu sehen ist und damit sollte es doch möglich sein, den Nebel zu fotografieren. Einen Fernauslöser für die Kamera habe ich (leider) nicht und so habe ich mit Spielgelvorauslösung fotografiert. Die Belichtungszeiten lagen bei 5sec und 10sec. Klein anfangen. So ist das Problem mit schlechter Nachführung noch nicht so gravierend und da der Nebel ja fast am Äquator liegt (etwa 5° Süd) bewegt der Nebel sich auch noch sehr schnell.
Orionnebel (M42) Versuch Nummer 2 war h+χ Persei. Die Position ist schon viel besser, was die Nachführung angeht und außerdem mag ich den Doppelhaufen besonders gerne. Keine Ahnung, warum.
h+chi Persei Nach diesen beiden eher einfachen Versuchen, wollte ich noch etwas aufwändigeres probieren. Es sind dann Bodes Galaxie (M81) und die Zigarrengalaxie (M82) geworden.
Bodes Galaxie

Das erste Mal

Die Fotos sind hier einfach eingestellt. Mit dem Thema "Nachbearbeitung" werde ich mal einen eigenen Artikel widmen. Es geht hier ja nur um den ersten Ausflug und der ist, so fasse ich mal zusammen, etwas geworden. Mit den Bildern bin ich ganz zufrieden und gelernt habe ich viel. Die Einstiegshürde war nicht so groß wie befürchtet und etwas Vorzeigbares gibt es. Beendet habe ich den Ausflug dann, als mein Getränk in der Dose gefroren ist. Es wurde wirklich kalt und spät und der Heimweg ist ja noch lang.

Für den nächsten Ausflug

Es gibt doch erstaunlich viele Galaxien im großen Bär (UMa). Da ist sicherlich noch mehr zu sehen. Das werde ich beim nächsten Mal etwas ausführlicher auskundschaften.
Was die Technik angeht, so habe ich noch ein 120-300mm Objektiv, das ich gerne ausprobieren möchte. Außerdem würde ich gerne etwas längere Belichtungszeiten beim nachgeführten Teleskop ausprobieren. Und ich habe mir vorgenommen, mich etwas in die Theorie der ISO Einstellung an der Kamera einzulesen. Was ist sinnvoll und was ist quatsch? Das ist zumindest dann schon mal eine Einstellung, die ich vorbereiten und vorgeben und kontrollieren kann.

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