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Bahtinov Maske


Die Bahtinov Maske

Wer hätte das gedacht. Da bastel ich ne Stunde einfach mal so etwas zusammen und es hat einen so großen Effekt? Das muss ich doch gleich wieder tun. Und noch mal in Ordentlich. Ein Lob auf die Bahtinov Maske.

Das Problem

Eine der großen Schwierigkeiten sowohl bei der Astrofotografie als auch beim visuellen Beobachten ist das Scharfstellen. Vieles an Hilfsmitteln sammelst sich da so mit der Zeit an. Technische Hilfsmittel wie genauere Fokusauszüge, die eine feiere Einstellung ermöglichen oder bei der Kamera das Livebild mit einer Vergrößerungsfunktion. Allerdings auch Tipps und Tricks, wie zum Beispiel das Fokussieren an einem hellen Stern, da dann Beugungsscheiben leichter zu erkennen sind oder der genaue Blick auf die erkennbare Grenzgröße.
Es bleibt aber dabei: So richtig gut wird es nicht immer.

Die Lösung

Eine Bahtinov Maske vor der Öffnung soll das Beugungsscheibchen vor allem sehr nah am Fokus so "umgestalten", dass ein Fokussieren sehr leicht ist. Es soll damit ein Merkmal geben, an dem direkt erkannt werden kann, ob die Optik fokussiert ist. Und es funktioniert tatsächlich.
Die Maske wird vor die Optik gelegt. Durch die Schlitze, die Aussparungen in der Maske wird aus dem Beugungsscheibchen ein langgestreckter Stern. Der mittlere der Strahlen wanderd dabei von einer Seite zur anderen, wenn fokussiert wird. Der optimale Fokus ist erreicht, wenn der mittlere der Striche wirklich in der Mitte der beiden anderen Striche ist. Eine schöne Abbildung, die das verdeutlicht, findet sich auf den Seiten der Wikipedia. Ein heller Stern wird zwar immer noch benötigt, allerdings gibt es mit der Maske ein Maß, wann die Fokussierung gut ist.

Die Maske

Anbieter, die geeignete Masken verkaufen gibt es reichlich. Und beim ersten Blick auf die Angebote, beim Stöbern in einschlägigen Shops, schien mir das eher nutzlos als sinnvoll. Aber den Versuch ist es sicherlich wert und eine Stunde Zeit kann ja ruhig mal investiert werden. Nun ist mir klar, wenn die Maske nicht genau ist, dann hilft es wenig. Es geht ja gerade im Beugen und Brechen von Licht und jede noch so kleine Ungenauigkeit verändert das Ergebnis leicht. Ein einfaches "nimm das Foto aus einem Shop, drucke es und schneide es aus" sollte es also nicht werden.
Eine Alternative habe ich auf den Seiten von Astrojargon gefunden. Ein Generator. Ein paar Einstellungen und es wird eine Maske generiert. Von dem Vorschlag im oberen Teil der Seite habe ich Abstand genommen, da es mir zu wenig Schlitze waren. Desto mehr freie Öffnung, desto weniger Sternhelligkeit ist für das Fokussieren nötig. Aber im unteren Teil der Seite können auch diese Werte eingestellt werden und so habe ich mir eine Maske generiert, die für meine Optik gedacht ist und so viel freie Öffnung hat wie möglich.
Anschließend noch drucken, auf eine Pappe kleben und die Schlitze ausschneiden. Vielleicht insgesamt eine Stunde Aufwand. Und der Effekt ist überwältigend. So einfach, schnell und sicher habe ich noch nicht fokussiert. Das sollte wirklich jeder mal versuchen.

Astro Photography Tool

Und der Effekt der Maske, so gut wie der schon ist, kann sogar noch verbessert werden. Aus anderen Gründen hatte ich meine Kamera eh mit dem Astro Photography Tool verbunden. (Dazu in einem der nächsten Artikel mehr.) Dieses Tool kann die Qualität der Fokussierung sogar als Zahl anzeigen. Ein "Bahtinov Aid" genanntes Hilfsmittel ist in die Software integriert. Nun verbinde ich also die Kamera am Teleskop mit dem Computer. Schalte über das APT den Live View ein und starte das "Bahtinov Aid". Das nun eingeblendete Fenster verschiebe ich im Live View auf einen hellen Stern und fokussiere. Als Zahlenwert wird angezeigt, wie gut der Fokus ist. Die vergangenen Werte werden dabei als Graph mit geplottet. So lässt sich leicht erkennen, welchen Effekt ein Drehen am Fokus hat und ob (auch mit Schwankungen) der Fokus möglichst gut ist. Wie einfach und wie angenehm.

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